Anlässlich des Tages der ungarischen Kultur lud der Runde Tisch der Ungarischen Organisationen in Österreich am 22. Januar zu einer Veranstaltung mit dem Titel Die Reformära ein.
Zunächst hielt die Linguistin Veronika Szabó einen Vortrag über die Sprachreform und die Entstehung von Ferenc Kölcseys Hymne. So erfuhren wir zum Beispiel, dass auch andere Dichter während der Reformzeit Hymnen schrieben, aber das ungarische Volk betrachtete das von Kölcsey geschriebene Werk als sein eigenes, obwohl Ferenc Kölcsey selbst nicht mehr lebte, als sein Werk zur Nationalhymne wurde.
Gábor Kilyénfalvi, Präsident des Ungarischen Kulturvereins Délibáb in Wien, erzählte dem Publikum, dass die Musik für die Hymne 1844 von Ferenc Erkel komponiert wurde, aber erst 1989 zur offiziellen Nationalhymne wurde und dass die Orchestrierung seit Ferenc Erkels ursprünglicher Vertonung viele Veränderungen erfahren hat. Wir erfuhren, dass in der Reformzeit Musik- und Tanzgenres entstanden, die die ungarische Kultur betonten, wie der Csárdás, der Palotas und der Verbunk. Letzteres wurde von Áron Kilyénfalvi und Viola Farkas getanzt. Margit Vigs Geigenspiel erinnerte an die Atmosphäre der Reformzeit, als sie Werke von zeitgenössischen Komponisten wie János Bihari, János Lavotta und Franz Liszt spielte.
Ádám Balogh, Historiker, schloss die Veranstaltungsreihe mit einer Präsentation interessanter Fakten aus der Reformzeit ab. Vielleicht hat noch nicht jeder gehört, dass das Duellieren damals ein beliebter Zeitvertreib war oder dass wichtige politische Verhandlungen in Salons, Casinos und bei Pferderennen stattfanden.
Die Feier zum 200. Jahrestag unserer Nationalhymne endete mit einem gemeinsamen Singen.
Anschließend konnten die Besucher Porträts berühmter Persönlichkeiten der Reformzeit, berühmte Gebäude der damaligen Zeit und Kopien des Originalmanuskripts und der Musik der Hymne besichtigen. Das Petőfi-Theater in Sopron bot ebenfalls die Gelegenheit, die Kostüme der Reformzeit zu bewundern. Die Atmosphäre der damaligen Zeit wurde durch die Verkostung von Speisen aus der Reformzeit heraufbeschworen, bei der wir Bischofsbrot, Mohnbeugerl und Székely-Kraut essen konnten. Letzteres hat entgegen der landläufigen Meinung nichts mit dem Volk der Székely zu tun, sondern mit József Székely, der der Legende nach das von Petőfi geliebte Gericht kreierte, indem er Sauerkrauteintopf und Gulasch mischte. Die Rezepte für die Gerichte aus der Reformzeit waren in dem ausgestellten Kochbuch enthalten.
kerekasztal.at/2023/01/26/a-reformkor-rendezveny-a-magyar-kultura-napja-alkalmabol/





